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12. Oktober 2026

Pro Bono Station Paris von David Tweer

Erste Schritte in Paris

„Du hast einen Teil deiner Anwaltsstation als Pro-Bono-Referendar in Paris verbracht. Wie kam es dazu und wie waren deine ersten Wochen vor Ort?“

Im Rahmen meiner Anwaltsstation erhielt ich die Möglichkeit, sechs Wochen im Pro-Bono-Team von DLA Piper in Paris zu verbringen. Die Aussicht, internationale Erfahrungen zu sammeln und gleichzeitig an gesellschaftlich relevanten Themen mitzuwirken, hat mich sofort begeistert.

Das DLA Piper Büro liegt im Viertel Opéra im 9. Arrondissement und verbindet einen zentralen Standort mit typisch französischem Flair. Vom ersten Tag an wurde ich sehr herzlich aufgenommen. Das gesamte Team war ausgesprochen offen und freundlich, sodass ich mich schnell einleben konnte.

Auch abseits des Büros bot Paris zahlreiche Möglichkeiten, die Stadt kennenzulernen und das internationale Umfeld zu genießen. Meine Wohnung lag nur wenige Gehminuten von der Kanzlei entfernt und war damit der ideale Ausgangspunkt, um die verschiedenen Facetten der Stadt zu entdecken. Selbst ein kurzes Schneechaos zu Beginn meines Aufenthalts konnte dem lebhaften Alltag in Paris nichts anhaben und sorgte eher für eine unerwartete, aber schöne Erinnerung.

Menschenrechte im internationalen Kanzleialltag

„Womit hast du dich während deiner Zeit im Pariser Pro-Bono-Team konkret beschäftigt und was hat dich besonders beeindruckt?“

Während meiner Station arbeitete ich mit dem fünfköpfigen Pro-Bono-Team von DLA Piper Paris zusammen. Die Kolleginnen und Kollegen kamen aus unterschiedlichen Ländern und brachten verschiedene juristische Spezialisierungen mit, was spannende Einblicke in andere Rechtsordnungen und Karrierewege ermöglichte.

Besonders beeindruckt hat mich die Vielfalt der Pro-Bono-Arbeit. Neben der Zusammenarbeit mit NGOs unterstützte ich das Team bei verschiedenen Recherchen, unter anderem zum Asylrecht von Geflüchteten in Deutschland sowie zur Rechtsprechung griechischer Verwaltungsgerichte. Darüber hinaus wirkte ich an einer Analyse zum Zugang zu finanziellen Ressourcen für Migrantinnen und Migranten in Pakistan mit und unterstützte bei Übersetzungen.

Von Beginn an war ich in die Mandatsarbeit eingebunden, verfasste eigene Berichte und nahm an Mandantengesprächen mit NGOs teil. Dadurch konnte ich früh Verantwortung übernehmen und wertvolle Praxiserfahrung sammeln.

Auch sprachlich bietet die Station einen unkomplizierten und schnellen Einstieg in ein internationales Arbeitsumfeld: Französischkenntnisse sind hilfreich, aber keine Voraussetzung. Der Arbeitsalltag fand überwiegend auf Englisch und teilweise sogar auf Deutsch statt.

Zeitgleich mit mir starteten rund 40 französische Trainees ihre praktische Ausbildung. Der Austausch mit ihnen war sowohl fachlich als auch persönlich eine große Bereicherung. Gemeinsame Mittagspausen und After-Work-Veranstaltungen trugen dazu bei, schnell Kontakte zu knüpfen, von denen einige bis heute bestehen.

Insgesamt war die Station für mich ein besonders lehrreicher und sinnstiftender Einblick in die internationale Menschenrechts- und Pro-Bono-Arbeit.

Freizeit und Examensvorbereitung

„Neben der Arbeit bleibt natürlich auch Zeit, die Stadt zu erleben. Wie hast du deine Freizeit in Paris verbracht und ließ sich die Station mit der Examensvorbereitung verbinden?“

Natürlich sind sechs Wochen viel zu kurz, um das vielfältige Kulturangebot der Stadt auch nur annähernd kennenzulernen. Referendarinnen und Referendare, die neben der Station für das Examen lernen möchten, kann ich insbesondere die Bibliothèque Nationale de France empfehlen. Vor allem der imposante Salle Ovale lädt geradezu zum Lernen ein. Der Lesesaal ist nicht nur äußerst sehenswert, sondern an allen Wochentagen, außer montags, öffentlich und kostenlos zugänglich. Wer früh kommt, hat gute Chancen auf einen der schönen Arbeitsplätze, die auch bei Pariser Studentinnen und Studenten sehr beliebt sind.

Mit neuen Perspektiven zurück nach Frankfurt

„Wie ging es für dich nach deiner Rückkehr nach Frankfurt weiter und welches Fazit ziehst du aus deiner Zeit in Paris?“

Nach meiner Rückkehr nach Frankfurt begann ich in der Praxisgruppe Compliance & Investigations als Trainee. Gleichzeitig erhielt ich die Möglichkeit, meine Pro-Bono-Arbeit fortzuführen und die in Paris begonnenen Projekte abzuschließen.

Rückblickend war die Station in Paris eine besondere Gelegenheit, internationale Erfahrungen zu sammeln und gleichzeitig an gesellschaftlich relevanten Themen zu arbeiten. Die Kombination aus anspruchsvoller juristischer Tätigkeit, internationalem Austausch und direkter Verantwortung hat meinen Blick auf den Anwaltsberuf nachhaltig geprägt und mir neue spannende Facetten aufgezeigt. Allen Referendarinnen und Referendaren, die Interesse an einer Auslandserfahrung haben, kann ich eine solche Station nur empfehlen.

Mein Dank gilt den Teams in Paris und Frankfurt sowie HR für die Unterstützung und Betreuung. Für Fragen zur Station stehe ich gerne über HR zur Verfügung.

À bientôt!

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