Pro Bono Referendariat in Paris, Hamburg und auf Samos

Aktualisiert: Mai 26

Von Vivian Kube


Im Mai 2019 konnten wir in Deutschland unsere erste Pro Bono Referendarin Vivian Kube begrüßen. Dieses neue Programm gibt Referendaren die Möglichkeit neben einer regulären Praxisgruppe die Pro Bono Praxis sowie entsprechende Tätigkeiten von DLA Piper näher kennenzulernen. Teil des Programms ist ein 1-monatiger Aufenthalt in unserem internationalen Pro Bono Team (Paris oder Brüssel). Die restliche Referendarzeit wird in einem deutschen Büro verbracht.

Ende September geht für mich leider eine sehr spannende Zeit als Pro Bono Referendarin bei DLA zu Ende. Sie begann im Juni 2019 im Pariser Büro. Bei Özgür Kahale, Pro Bono Director of Europe, lernte ich einen Monat lang die Pro Bono Strukturen, Strategien und laufenden Projekte kennen - vor allem aber lernte ich Özgür's "Just do it"- Mentalität schätzen.


Im schönen Montmatre arbeitete ich zusammen mit einer anderen Pro Bono Praktikantin von der UCLA, Los Angeles, an meinen ersten Pro Bono Projekten, wobei ich schnell davon beeindruckt war, dass DLA Piper im Bereich Pro Bono tatsächlich Pionierarbeit leistet und dort helfen will, wo Hilfe dringend gebraucht.

So wurde zum Beispiel während meines Aufenthalts eine Konferenz mit prominenten ProfessorInnenn und EntwicklerInnen in London zum Thema 'Legal Tech and Access to Justice' organisiert, um zu erkunden, wie Digitalisierung das Recht für alle zugänglicher machen kann.


Margaux Bia, Pro Bono Associate in Brüssel, involvierte mich in ein weiteres spannendes Projekt: Seit Anfang des Jahres baut DLA Piper zusammen mit avocats sans frontières France ein Legal Center auf Samos auf. Von dort aus sollen Anwältinnen und Anwälte von DLA die Geflüchteten, die in dem dortigen Hotspot meist über Jahre in prekären Bedingungen verbleiben müssen, rechtlich beraten und im Asylverfahren begleiten. Mein nächster Stopp war also Samos, um dort den Start für die nach mir kommenden Anwältinnen und Anwälte vorzubereiten.

Ich lernte alle NGOs vor Ort kennen, um zu ermitteln, welche Hilfe gebraucht wird und wie DLA diese leisten kann. Außerdem durfte ich direkt bei der rechtlichen Beratung und der Anhörungsbegleitung mitmachen - aber natürlich war die Tätigkeit vor Ort viel mehr als das. Neben der dringend notwendigen rechtlichen Beratung der Geflüchteten, die kaum über Ihre Rechte informiert werden, sind es vor allem Gesten der Menschlichkeit und der Solidarität, die in den Flüchtlingscamps fehlen.


Nach der oft grausamen Fluchtgeschichte fragen und zuhören, bei der langwierigen und kräftezehrenden Anhörung unterstützend zur Seite stehen, nach der Anhörung vor Erleichterung gemeinsam lachen und vielleicht gemeinsam am Strand schwimmen gehen - solch menschliche Begegnungen können vor Ort ebenfalls einen Unterschied machen.


Mit einem extrem enthusiastischem und inspirierenden Team an AnwältInnen und anderen HelferInnen organisiert DLA vor Ort daher auch Sport- und andere soziale Events, hält workshops in einem Center nur für Frauen und Kinder und veranstaltet regelmäßig einen LGBT-Abend, bei dem auch gerne mal mit zu afrikanischen Beats getanzt werden darf.

Festzuhalten aber bleibt, dass ohne internationale Unterstützung und insbesondere der Einsatz von Anwältinnen und Anwälten, die oft chaotische und menschenunwürdige Lage vor Ort nicht zu bewältigen sein wird.


Zurück in Hamburg war ich dann weiter im Pro Bono-Bereich jedoch auch in der Praxisgruppe Lit & Reg tätig. Auf Pro Bono Ebene war es meine Aufgabe zusammen mit den nationalen und internationalen Pro Bono Team die Tätigkeit von DLA in Deutschland in diesem Beriech auszuweiten. Wir leiteten die Organisation für drei weitere Know Your Rights Kurse in jeweils Hamburg, Frankfurt und München in die Wege. Außerdem wird DLA zukünftig nun auch einzelne Unterrichts- und Beratungseinheiten direkt in den jeweiligen Einrichtungen für Geflüchtete aber auch für bedürftige Menschen generell - also mit und ohne Migrationshintergrund - anbieten. Während meiner Zeit sind einige weitere spannende Kooperationen entstanden, so zum Beispiel mit der Arche, ein Kinder- und Jugendhilfswerk in Hamburg, mit Triaphon, eine NGO, die Übersetzungshilfen in medizinischen Notfällen anbietet und mit Open Source Ecology, die frei verfügbare Hardware herstellen.


Ich verlasse DLA daher sehr viel reicher an wertvollen Erfahrungen, dankbar für die Zusammenarbeit mit einem hervorragenden Team und der Überzeugung, dass es sich lohnt sich wie DLA den dringenden Probleme unserer Zeit zu stellen und dass unsere Zeit auch viele Chancen bereit hält, die es zu nutzen gilt.

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Leonie Heumüller

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Anna Huthmacher

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